Häufig wird die Frage gestellt, welche Heckenpflanzen sind ungiftig und können in Kindergärten, auf Spielplätzen oder im Hausgarten zum Einsatz kommen. Besonders gut geeignet ist sowohl die heimische Hainbuche als auch die Alpenjohannisbeere. Zudem können Zierapfelgehölze (ihre Miniäpfel sind sogar essbar), die zur Hecke geschnitten werden, Rotfichte und Bambus verwendet werden. Von allen Genannten ist nach meiner Erfahrung die Alpenjohannisbeere die anspruchsloseste und universell einsetzbar.
Hecken für Kindergärten
➡️ Bevor ich weiter auf die ungiftigen Heckenpflanzen für Kindergärten und Spielplätze eingehe, will ich erst einmal kurz über die Frage nachdenken, warum man in Kindereinrichtungen überhaupt straffe Pflanzungen vornimmt. Mancher findet ja die Hecken zu streng und glaubt, dass die Kinder doch eher einen Raum zum Spielen bekommen sollten, der der Natur ähnlicher ist, als es in einer architektonisch formierte Garten- oder Parkanlage der Fall ist. Dazu muss man aber wissen, dass naturnah gestaltete Anlagen viel mehr Platz benötigen.
Eine freiwachsende Hecke oder Rahmenpflanzung braucht beispielsweise mindestens die dreifache Grundfläche, als eine entsprechende Hecke. Häufig benötigt man für die Pflege der sich frei entfaltenden Bäume und Sträucher auch eine gärtnerisch qualifizierte Anlagenbetreeung, die eine Hausmeisterfirma nicht immer gewährleisten kann. Nach meinen Erfahrungen sind in öffentlichen Anlagen 80 Prozent der Gehölze unnatürlich und total verschnitten. Den fachgerechten Heckenschnitt beherrscht hingegen jeder.
Außerdem ist die Hecke im Kindergarten oftmals der Ersatz für einen Zaun. Wenn ich mir nun heutzutage die Gitterzäune anschaue, welche hier und da die Kindertagesstätten einhegen (Doppelstabmattenzäune), dann erinnern mich das eher an ein Straflager, als an einen Kinderspielplatz.
Optisch und gefühlsmäßig ist die Hecke allemal die bessere Einfriedung. Ist ein Zaun aber wegen der absolute Sicherheit und Undurchdringlichkeit nötig, kann man einen Gitterstabzaun auch mit der Hecke kombinieren. Eine weitere Alternative zur Hecke ist der begrünte Zaun. Hierfür ist der Efeu-Wein (Parthenocissus tricuspidata) ideal. Auch wenn dieser im Herbst seine Blätter verliert, bildet das Geäst mit der Zeit eine blickdichte Masse.
- Acer campestre
- Der Feldahorn – heimischer Laubbaum; sommergrün; uralte, erprobte Heckenpflanze; besonders gut für hohe Hecken geeignet
- Bambus
- Bambus – ein Sammelbegriff für fernöstliche Riesengräser; sommergrün; wirkt immer freundlich und heiter; meist starkwüchsig; manche Arten sind essbar; die Standortbedingungen richten sich nach der jeweiligen Art
Bambus ist groß im Kommen. Da die meisten Arten stark wuchern, sollte vor der Pflanzung unbedingt an eine Wurzelsperre gedacht werden. Es sei denn, wir wollen gleich einen kleinen Bambuswald zum Spielen anlegen. Im Bild 2) ist dafür ein schönes Beispiel zu sehen. Auf einer Bundesgartenschau entdeckte ich diesen schönen Spielplatz im Schilf- und Bambushain. Bambus und Elefantengras geben eine gute Mischung. Das Elefantengras (Chinaschilf) ist aber relativ blickdicht. Wer den Bambus-Spielwald transparenter haben möchte, der nehme dazu nur den hochstieligen Bambus.

- Carpinus betulus
- Die Hainbuche (Weißbuche) – heimischer Laubbaum; ein altes, robustes und jahrzehntelang erprobtes Heckengehölz; benötigt einen sonnigen bis leicht schattigen Standort
Im Winter mag das Geäst etwas düster erscheinen, doch der hellgrüne Frühjahrsaustrieb und das gesund-grüne Sommerlaub entschädigen für die kahle Winterzeit. - Forsythia intermedia
- Die Forsythie – robustes und schönes Blütengehölz mit goldgelbem Flor; das hellgrüne Laub sprießt nach der Blüte und gibt der Hecke ein freundliches Outfit, sommergrün.
- Der Strauch ist sehr beliebt, weil er die erste Massenblüte im zeitigen Frühling bringt, wenn wir nach Farben in der Natur hungern.
- Hibiscus syiacus
- Der Gartenhibiskus (Roseneibisch) – erfreut uns im Sommer mit einer herrlichen Blüte in einem Farbenspiel von rot, blau und weiß; sommergrün; benötigt einen sonnigen und warmen Standort
Dass man den Gartenhibiskus auch zu einer Hecke schneiden kann, ist weniger bekannt. - Ribes alpinum
- Die Alpenjohannisbeere – sommergrünes Laubgehölz; schwachwüchsig; wächst auf jedem Boden gut; sonniger Sandort ist ebenso geeignet wie Schatten
Für meine Begriffe ist die Alpenjohannisbeere ein super Spielplatzgehölz, schon wegen der freundlichen, hellgrünen Farbe der Blätter - Ribes aureuma
- Die Goldjohannisbeere – sommergrün; wenig Laub; schwachwüchsig; keine besonderen Bodenansprüche; sonniger und schattiger Standort wird toleriert
Die Goldjohannisbeere soll sogar dem Wurzeldruck großer Bäume standhalten, auch im Schatten. Für diesen schwierigen Standort wird sie von keiner anderen ungiftigen Pflanzenart übertroffen. Sie ermöglicht uns quasi den letzten Versuch einer Pflanzung unter widrigen Standortbdingungen. - Picea abies und Picea omorica
- Die heimische Rotfichte und die Serbische Fichte – immergrün; schnellwüchsig; die serbische Fichte wächst schlanker als die Rotfichte
Wer hohe, blickdichte und immergrüne Sichtschutzhecken benötigt, der kann dafür sehr gut diese beiden Fichtenarten einsetzen. Solche Pflanzungen setzt man mehr im ländlichen Raum bzw. dort, wo Fichtenwälder zum Landschaftsbild gehören, ein. - Salix purpurea
- Die Purpurweide (Bachweide) – heimisches Gehölz; sommergrün; schnellwüchsig; die Sorte ‚Nana‘ (Kugelweide) besonders gut für niedrige Hecken mit nur 80 Zentimetern Höhe geeignet
Der Schnitt, also quasi die abgeschnittene Weidenrute, eignet sich für Flecht- und andere Bastelarbeiten. Dafür kann man sogar versuchsweise erst einmal einen Streifen des Gehölzes an den Rand des Kindergartengeländes pflanzen, aber an ein Stelle, wo es ein wenig wachsen kann und nicht zu zeitig zurückgeschnitten werden muss. - Tsuga candadensis
- Die Hemlocktanne – wächst in Sonne und Halbschatten sehr gut und dicht; immergrün
Diese Konifere hat ähnliche Wuchseigenschaften wie die Eibe (Taxus), ist aber im Gegensatz zu diesem hochgiftigen Gehölz absolut ungiftig.
Was alle hier vorgestellte Arten gemeinsam haben, ist, dass sie zweimal im Jahr geschnitten werden sollten, auch die schwachwüchsigen, um sie in Form zu bringen. Im Prinzip lässt sich ja fast jedes Gehölz, wenn man es will und den regelmäßigen Pflegeschnitt nicht scheut, in eine Hecke verwandeln.
Die wichtigsten Arten für Kindergärten sind nun genannt. Etwas außergewöhnlich, aber ebenfalls gut geeignet, um zu einer Hecke geformt zu werden, ist der Zierapfel. Seine Früchte sind essbar und äußerst wohlschmeckend. Wer etwas für den Natur- und Tierschutz tun möchte, der kann Schlehen- (Prunus spinosa) oder Rosenhecken (Wildrosen oder Strauchrosen) pflanzen. Eine besonders interessante Heckenrose ist die im Frühjahr gelb blühende Chinesische Goldrose (Rosa xanthina hugonis).
Ich denke, die Liste der oben stehenden Gehölze ist nun völlig ausreichend. Für eine interessante Gestaltung von Spielplatzanlagen braucht es nicht hunderte verschiedener Pflanzenarten. Das Gegenteil ist der Fall. In Kindergärten sollten die Hecken und das Grün eh nur Hintergrund und Rahmen sein. Und wenn du dich als Landschaftsarchitekt selbstverwirklichen willst, so ist die Kita sicher nicht das Projekt dafür. Verwende wenige Arten von Gehölzen und diejenigen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben.
Zwar sollte die Bepflanzung eines Kindergartengeländes auch immer nach ökologischen Gesichtspunkten erfolgen, doch letztlich müssen die Kinder und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.
Neben den Tipps für Hecken habe ich noch eine umfangreiche Seite über ungiftige Pflanzen für Kindergärten zusammengestellt, auf der auch eine Liste von weiteren Gehölzen zu finden ist.
Literatur/Quellen/wichtige Hinweise
– M.G. Eiselt – Nadelgehölze, Radebeul 1960.
– Eiselt/Schröder – Laubgehölze, Radebeul 1977
Bitte prüfen Sie die aktuellen Erkenntnisse über die Giftigkeit von Pflanzen zum Beispiel bei http://www.gizbonn.de. Alle Infobeiträge auf www.derkleinegaten.de über Pflanzen und deren Genießbarkeit dienen ausschließlich der allgemeinen Weiterbildung. Es können Fehler bei der Kategorisierung vorkommen.
Autorin: G.J. [ZP.29.10.22.GJ.0007] I
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