Warnschild mit Böllerverbot und in der Ferne ein Atompilz

Arbeitstitel: Eine satirische Betrachtung zur Lage der Empfindlichkeiten (2025).

Oder: Feinstaub und Tierleid. Fallout und sterben der Soldaten.

Ich sage es gleich nochmal vorweg: Dieser Blogartikel ist reine Satire.

Der aufmerksame Leser mag sich nun fragen, warum bei einem scheinbar so harmlosen Thema ein derartiger Einstieg gewählt wird.

Ich fasse mich kurz und sage ebenfalls gleich vorweg:
Entweder ist inzwischen alles Satire – oder ich verstehe die Welt nicht mehr.

 


Ein Ritual seit Silvester 2020

Ein Hauptthema der vergangenen Woche in den Leitmedien drehte sich um die Frage, warum denn nun nicht endlich zu Silvester ein umfassendes Böllerverbot komme.
Gefordert werde es von Linken und Grünen, gewünscht angeblich von rund 60 % der Bevölkerung.

Die Begründungen sind bekannt, ritualisiert und spätestens seit Silvester 2020 jederzeit abrufbar: Feinstaub und Tierleid.

Ja.
Und hier, an dieser Stelle, kommen mir die Tränen.
Nicht nur wegen des Feinstaubs.

Angst ist selektiv – offenbar

Was ich wirklich nicht verstehe, ist Folgendes: Die Deutschen scheinen weder Angst noch besonderen Respekt vor einem Atomkrieg zu haben.
Jedenfalls legte der Fernsehsender NTV im Mai 2022 dem damaligen CDU-Chef Friedrich Merz sinngemäß in den Mund, man solle vor einem Atomkrieg keine Angst haben.

Keine Angst vor Atomkrieg.
Aber Angst vor Feinstaub.

Man mag das mit dem Begriff der kognitiven Dissonanz zu beschreiben versuchen. Doch nein – die geistigen Zustände in diesem Land sind komplizierter. Oder bei mir ist schlicht etwas falsch verlötet.

Das Tierleid als moralische Hochleistung

Weiter im Text.

Man klagt über Feinstaub und über das Leid von Hund und Katze, die sich verschreckt unter Tisch, Bett und Schrank zurückziehen.
Und wehe dem, der sich in irgendeinem Smalltalk auch nur ansatzweise unsensibel äußert. Ich weiß, wie darauf reagiert wird.

Tierleid in der Silvesternacht ist schlimm.
Wehe dem unsensiblen Tierhasser – Tierhasserinnen selbstverständlich inbegriffen.
Ehre hingegen dem moralisch hochstehenden Tierfreund – ebenfalls inklusive aller Geschlechter.

Ein wichtiges Thema. Wirklich.
Eines, über das man offenbar gar nicht oft genug reden kann.

Das andere Leid

Merkwürdig ist nur Folgendes:

In diesen Tagen – Silvester 2025 – sterben östlich von uns gelegen jeden Tag Hunderte, manchmal Tausende junger Soldatinnen und Soldaten. Pro Tag.
Jämmerlich. Sinnlos. Dokumentiert.

Doch dieses Leid interessiert hierzulande erstaunlich wenige leidfühlende Mitmenschen. Eigentlich fast niemanden.

Und wenn dann der US-amerikanische Präsident Donald Trump mehrfach erklärt, man müsse das Sterben in der Ukraine endlich beenden, wird ausgerechnet der Überbringer dieser schrecklichen Botschaft – das Sterben zu beenden – von unseren Qualitätsmedien tagelang durch den Kakao gezogen.

Der Leser sollte wissen:
Bei uns herrscht Friedensangst.

Kurzes Fazit (satirisch, aber nicht harmlos)

Wir fürchten den Feinstaub, aber nicht den Fallout.
Wir beweinen verschreckte Haustiere, aber verdrängen massenhaftes Sterben und Leiden von Mitmenschen.
Wir verlangen Verbote mit moralischem Wohlgefühl – und nennen das dann Verantwortung.

Vielleicht ist das alles sehr human.
Vielleicht auch nur sehr bequem.

Oder, um es mit der gebotenen Ernsthaftigkeit zu sagen:
Silvesterböller sind gefährlich.
Gedankliche Kurzschlüsse allerdings auch.

Quellen werden nachgereicht

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