Februar/März: Zuckererbsen und Radieschen säen

Radieschensamen und Saaterbsen

Bild: Den Samen für die Aussaat von Radieschen [1] selbst zu gewinnen, lohnt sich für den Kleingärtner kaum. Es müssen viele Pflanzen zur Blüte gebracht werden, weil sich nur wenige Samen in den ausgereiften Blütenständen befinden. Das wiederum blockiert die Anbaufläche für andere wichtige Kulturen.

Bei Zuckererbsen hingegen geht das ganz unkompliziert. Wir lassen einige Schoten an der Pflanze ausreifen, was nur wenige Tage dauert, ernten sie, holen die Samen heraus und lagern diese trocken bis zur nächsten Aussaat.

Sämereien im Supermarkt
2) Ab Mitte Februar bieten die Supermärkte Sämereien an. Es sind brauchbare Angebote.

Im Februar geht die Planung los

➡️ Heute, liebe Leser, gibt es eine kurze Notiz zu unseren ersten Gemüse-Aussaaten im Jahr.

Die sehr zeitige Aussaat – je nach Witterung um den 1. März – hat gleich mehrere Vorteile:

  • Geringer Krankheits- und Schädlingsdruck
    Erfahrungsgemäß ist die zeitige Aussaat am wenigsten anfällig für Mehltau und andere Pflanzenkrankheiten oder für Schadinsekten.
  • Frühe Erntezeit
    Bereits Mitte April ernten wir die Radischen, und Ende Mai sind die ersten Schoten reif, in einer Zeit, in der noch nicht besonders viel anderes frisches Gemüse zur Verfügung steht.
  • Schnelle Folgekultur möglich
    Spätestens Mitte Juni ist das Zuckererbsen-Beet abgeerntet und kann neu bestellt werden. Vorgekeimte Frühkartoffeln, vorgezogener Brokkoli, Winterporree oder Grünkohl sind geeignete Kandidaten als Folgekultur.

 


Die Zuckererbse

Für den Anbau der Zuckererbsen (Zuckerschoten, Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium) verwenden wir Sorten, bei denen wir die jungen, zarten Hülsen ernten und nicht die ausgereiften Samenkörner.

Vergleichen kann man Zuckerschoten durchaus mit den grünen Bohnen, bei denen ebenfalls die Hülsen geerntet werden und nicht die ausgereiften Samen. Das wiederum sind die sogenannten Trockenbohnen (zum Beispiel Kidney- oder Weiße Bohnen), die an der Pflanze ausreifen, trocknen und gelagert werden können.

Zuckerschoten Ernte
3) Zuckerschoten

Die Radischen

Wir habe die Erfahrung gemacht, dass, wie bereits erwähnt, auch bei Radieschen (Raphanus sativus) die zeitige Aussaat die besten Aussicht auf Erfolg verspricht. Eine zweite Charge Ende März kann ebenfalls noch gelingen. Doch ab Mai, wenn das Wetter bereits trocken und unter Umständen sehr warm sein kann, haben Schadinsekten ihre beste Zeit.

Da sind zuallererst die Erdflöhe (Psylliodes) genannt, die die Blätter der Pflanzen regelrecht durchlöchern, bis diese absterben. [2] Weiterhin sind die Kleine Kohlfliege (Delia radicum), und der Kohlweißling (Pieris brassicae) scharf auf unsere Kulturen.

Trockenheit und Hitze sorgen zudem oft dafür, dass die Radieschen rasch holzig werden [3].
Es ist also keineswegs von der Hand zu weisen: Die Kultur von Radieschen ist anspruchsvoller, als oft angenommen wird.

 

Radieschen-Ernte
4) Die ersten Radieschen…

Zuckerschoten und Radieschen – eine Zwischenkultur

Diese Anbauweise nennt sich übrigens Zwischenkultur und ist keine klassische Mischkultur [4]. Bei der Zwischenkultur wird die erste Kultur (Radieschen) bereits geerntet, während sich die zweite (Erbsen) noch in ihrer Jugendphase befindet [5].

Der Vorteil liegt auf der Hand, wir haben zwei Kulturen auf einem Beet. Die schnellwüchsigen Radieschen werden bereits geerntet und machen Platz, bevor die Zuckerschoten sich ausbreiten.

Aussaatanleitung

Wir wählen eine schnellwüchsige, frühe Radieschensorte. Gut eignet sich die sehr frühe Sorte ‚Saxa 2‘.
Da alle Zuckerschotensorten eine zeitige Aussaat vertragen, empfehlen wir hier keine explizid.

Die Aussaat führen wir wie folgt aus:

  • Für die Erbsen legen wir eine Doppelreihe mit einem Abstand von 40 bis 45 Zentimetern an.
  • Der Pflanzabstand beträgt 2,5 Zentimeter, in dieser Entfernung legen wir die einzelnen Erbsensamen.
  • Die Saattiefe beträgt etwa fünf Zentimeter.
Radieschen und Erbsen auf dem Beet
5) Zwei Reihen Erbsen (2,5 m lang), drei Reihen Radieschen um den 1. Mai.
  • Zwischen die Doppelreihe der Erbsen kommt eine Reihe Radieschen.
  • Die Radieschensamen werden nur etwa einen Zentimeter tief gelegt.
  • Auch hier nehmen wir uns die Zeit, die Körner einzeln im Abstand von etwa 2,5 Zentimetern zu platzieren. Bei den frühen Sorten sind diese geringen Abstände vollkommen ausreichend.
  • Ist das Beet breit genug, wie im Bild 4), können wir noch zwei zusätzliche Außenreihen anlegen.

Bei der Ernte entnehmen wir immer nur die größten Exemplare und lassen möglichst im gleichen Abstand die kleineren Radieschen stehen. Diese können noch ein paar Tage weiterwachsen und sich ausbreiten. Bevor die Zuckerschoten so kräftig werden, dass sie die Radieschen verdrängen, ist deren Ernte abgeschlossen.

Beide Kulturen benötigen sowohl vor (Depotdüngung) als auch nach der Aussaat (Kopfdüngung) keine Düngergaben.

So beginnt für uns das Gartenjahr mit einer scheinbar kleinen, tatsächlich aber sehr durchdachten frühen Aussaat.

Ein Versuch mit Spinat

Da Spinat ebenfalls zu den zeitigen Kulturen zählt (die frühe Aussaat hat einen erheblichen Einfluss auf das Aroma der Blätter), haben wir einmal den Versuch unternommen, sie ebenfalls als Zwischenkultur zu kombinieren. Das ist aber gründlich schief gelaufen.

Der Grund war das schnelle Wachstum des Spinats. Er überwucherte die Radieschen bereits, bevor diese ausgewachsen waren, sodass wir von ihnen nichts ernten konnten. Dem Spinat tat die Kombination keinen Abbruch. Er entwickelte sich prächtig.

Radieschen im Sommer?

Natürlich möchte ich mit diesem Bericht niemandem den Mut nehmen, Radieschen auch im Sommer anzubauen. Entscheidend sind ein humusreicher Boden und eine gleichmäßige, zuverlässige Wasserversorgung, besonders bei großer Hitze.

Inzwischen gibt es auch spezielle Sommersorten, stellvertretend sei hier die Sorte ‚Parat‘ genannt.

Wenn du es also einmal nicht rechtzeitig zur frühen Aussaat schaffst: ‚Parat‘ ist gewissermaßen der „Sommer-Spezialist“ unter den Radieschen. Diese Sorte hält Hitze besser stand als klassische Frühjahrs-Sorten und wird deutlich langsamer holzig.

Erbsentriebe als Delikatesse

Wenig bekannt ist übrigens, dass wir von den Erbsen auch junge Triebe samt Blätter abschneiden und in der Küche verarbeiten können. Sie besitzen einen angenehm würzigen Erbsengeschmack, können roh zu einem Salat zubereitet oder gedünstet und mit etwas Butter gegessen werden – eine echte Delikatesse.

Zuckererbsen Triebe
Das Laubwerk ist essbar und eine Delikatesse

Wer das häufig tun möchte, sollte allerdings für diesen Zweck eine eigene Reihe Erbsen aussäen (es muss nicht der beste Platz im Gemüsegarten sein). Denn wenn wir den Pflanzen ständig die Blatttriebe abnehmen, bilden sie keine Hülsen mehr aus. 🌱

Quellen und Ergänzungen

[1] Heutzutage ist auch der Radieschensamen ziemlich teuer (früher ein Pfennigartikel), deshalb sollte wir ihn sparsam verwenden. Reste können im Folgejahr noch verbraucht werden. Das Saatgut bleibt gut 4 bis 5 Jahre lang keimfähig. Erbsensamen ebenso.

[2] Um das Radieschen als Gemüse einordnen zu können, sollte man wissen, dass es nichts anderes ist als ein Miniatur-Rettich. Interessant ist außerdem die Tatsache, dass Rettich und Erbse zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschen gehören, wobei vom Rettich vermutlich auch sehr oft die jungen „Schoten“ gesammelt und verzehrt wurden.

[3] Ausgewiesene Sommersorten sollten den Vermerk haben, nicht so rasch holzig zu werden.

[4] Eine Mischkultur bezeichnet den gleichzeitigen Anbau verschiedener Kulturpflanzen auf derselben Fläche mit dem Ziel, dass sie sich während ihrer gesamten Wachstumszeit gegenseitig positiv beeinflussen. Dies kann durch unterschiedliche Wurzeltiefen, Nährstoffansprüche, Wuchsformen oder durch eine abschreckende Wirkung auf Schädlinge geschehen. Im Unterschied zur Zwischenkultur werden die Pflanzen hier nicht zeitlich nacheinander genutzt, sondern wachsen bis zur Ernte nebeneinander und ergänzen sich im Idealfall ökologisch und physiologisch.

[5] Eine Zwischenkultur bezeichnet im Garten- und Ackerbau den Anbau einer schnell wachsenden Kulturpflanze zwischen zwei Hauptkulturen oder parallel zu einer langsam wachsenden Hauptkultur. Entscheidend ist, dass die Zwischenkultur geerntet wird, bevor die Hauptkultur ihren vollen Platzbedarf in Anspruch nimmt. Im Unterschied zur Mischkultur stehen nicht das dauerhafte Nebeneinander und die gegenseitige Förderung im Vordergrund, sondern die zeitlich gestaffelte Nutzung derselben Fläche.

[Zählmarke] Text und Bilder G. Jacob, 16.2.2026

 

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