Wald-Sonnenblume – die pflegeleichte Schnittstaude für große Gärten

Waldsonnenblume, Helianthus atrorubens Monarch

Als Gartenfreund muss man nicht jede Gartenblume kennen. Die Staudensonnenblumen sollte man jedoch im Auge behalten.

➡️ Die Wald-Sonnenblume, in älteren Gärtnereikatalogen oft als Riesen-Staudensonnenblume bezeichnet, ist heute fast ausschließlich durch die bewährte Sorte Helianthus atrorubens ‚Monarch‘ vertreten. Dass ausgerechnet diese schon seit Jahrzehnten bekannte Sorte bis heute kaum Konkurrenz bekommen hat, liegt weniger an der Größe ihrer Blüten als an ihrer zuverlässigen Winterhärte. Die Wildart selbst gilt in Mitteleuropa als deutlich frostempfindlicher.

Warum wird fast nur die Sorte ‚Monarch‘ angeboten?

Die Wildart der Wald-Sonnenblume gilt in Mitteleuropa als nur eingeschränkt winterhart. Deshalb hat sich seit Jahrzehnten nahezu ausschließlich die Sorte Helianthus atrorubens ‚Monarch‘ durchgesetzt. Sie verbindet eine gute Frosthärte mit kräftigem Wuchs, langer Blüte und einer ausgezeichneten Eignung als Schnittblume.

Ein Problemlöser für schwierige Gartenbereiche

Wer einen größeren Garten besitzt oder einen wenig ansehnlichen Grundstücksrand aufwerten möchte, findet in ‚Monarch‘ eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Lösung. Die kräftigen Stauden erreichen Höhen von rund 1,5 bis 1,8 Metern, wachsen dicht und geschlossen und lassen unerwünschtem Bewuchs kaum eine Chance.

Besonders entlang von Zäunen, vor Mauern oder an Grundstücksgrenzen entfaltet die Wald-Sonnenblume ihre ganze Wirkung. Innerhalb weniger Jahre entsteht ein üppiger, leuchtend grüner Bestand, der den Hintergrund fast vollständig verdeckt und vom Spätsommer bis weit in den Herbst hinein von zahlreichen goldgelben Blüten übersät wird.

Dabei verlangt die Pflanze erstaunlich wenig Pflege und belohnt den Gärtner dennoch mit einer reichen Blüte.

 


Eine ausgezeichnete Schnittblume

Von Mitte August bis etwa Mitte Oktober liefert die Wald-Sonnenblume unermüdlich frische Schnittblumen. Gerade in einer Zeit, in der viele Sommerblumen bereits ihren Höhepunkt überschritten haben, sorgt sie noch einmal für Farbe im Haus.

Die Blüten halten in der Vase oft mehr als eine Woche. Wichtig ist lediglich, sie nicht zu früh zu schneiden. Erst vollständig entwickelte Blüten öffnen sich zuverlässig und bleiben lange frisch. Da die kräftigen Stängel einen hohen Wasserbedarf besitzen, sollte die Vase reichlich gefüllt sein. Besonders günstig wirkt es, wenn die Stiele unmittelbar vor dem Einstellen unter Wasser nochmals angeschnitten werden. So können keine Luftblasen in die Leitungsbahnen gelangen und die Blumen bleiben deutlich länger haltbar.

 

Waldsonneblume
Waldsonneblumen

Eine Solitärstaude mit starker Fernwirkung

Die Wald-Sonnenblume braucht keine aufwendigen Pflanzpartner, um Wirkung zu entfalten. Ihr sattgrünes Laub bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den leuchtend gelben Blütenköpfen. Selbst schlichte Drahtzäune oder nüchterne Grundstücksgrenzen verschwinden im Laufe des Sommers beinahe vollständig hinter ihrem dichten Wuchs.

Gerade diese unkomplizierte Selbstverständlichkeit macht einen Teil ihres Reizes aus. Die Pflanze schmückt den Garten, ohne ihn in den Mittelpunkt zu drängen.

Botanik

Die Wald-Sonnenblume (Helianthus atrorubens, Synonym: Helianthus sparsifolius hort.) gehört zur Gattung der Sonnenblumen (Helianthus) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Diese zählt wiederum zur Ordnung der Asternartigen (Asterales). Innerhalb der Familie werden die Sonnenblumen der Tribus Heliantheae und der Unterfamilie Asteroideae zugeordnet.

Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen: helios bedeutet Sonne, anthos Blüte. Die Artbezeichnung atrorubens setzt sich aus den lateinischen Wörtern ater (schwarz) und rubens (rötlich) zusammen. Gemeint sind die dunkel purpurbraunen Röhrenblüten im Zentrum des Blütenkorbes, die einen reizvollen Kontrast zu den goldgelben Zungenblüten bilden.

Vermehrung und Kultur

Früher behandelte man die Wald-Sonnenblume kaum wie eine gewöhnliche Staude. Vielmehr legte man eigens Bestände an, deren einziger Zweck in der Gewinnung von Schnittblumen bestand. Besonders auf eher trockenen Böden erwies sich diese Kulturweise als außerordentlich erfolgreich. Heute ist dieses Wissen weitgehend in Vergessenheit geraten.

Für dauerhaft blühfreudige Bestände genügt es nämlich nicht, die Pflanzen jahrzehntelang am selben Platz stehen zu lassen. Die Wald-Sonnenblume besitzt einen ausgeprägten Ausbreitungsdrang. Mit ihren unterirdischen Ausläufern wandert sie allmählich vom ursprünglichen Standort fort. Im Zentrum alter Horste nimmt deshalb die Wuchskraft langsam ab.

Nach etwa drei Jahren sollten die Bestände daher verjüngt werden. Im zeitigen Frühjahr werden kräftige Ausläufer abgestochen und in fünf bis zehn Zentimeter lange Stücke geteilt. Anschließend pflanzt man sie in einem Abstand von etwa 30 Zentimetern wieder aus und gießt sie gründlich an. Schon nach kurzer Zeit schließen sich die Pflanzen zu einem neuen Bestand zusammen.

Professionelle Staudengärtnereien vermehren die Sorte häufig auch über Stecklinge, die im Mai unter Glas bewurzelt werden.

Standort und Pflege

Am wohlsten fühlt sich die Wald-Sonnenblume auf einem durchlässigen, eher trockenen, aber nährstoffreichen Boden. Staunässe verträgt sie deutlich schlechter als vorübergehende Trockenheit.

Eine Gabe gut verrotteten Komposts sowie etwas organischer Blumendünger im Frühjahr fördern einen kräftigen Austrieb und eine reiche Blüte. Erst nach dem Anwachsen sollte gedüngt werden.

Im Herbst werden die abgestorbenen Triebe rechtzeitig entfernt. Dadurch verbessert sich die Durchlüftung des Bestandes und die Gefahr eines Mehltaubefalls nimmt ab. In rauen Lagen empfiehlt sich außerdem eine lockere Abdeckung des Wurzelbereiches mit trockenem Laub. Obwohl ‚Monarch‘ als vergleichsweise winterhart gilt, können tief eindringende Kahlfröste einzelne Pflanzen schädigen.

Eine Staude mit Charakter

Die Wald-Sonnenblume gehört zu jenen Pflanzen, die ihre Vorzüge nicht lautstark zur Schau stellen. Sie verlangt weder ständige Aufmerksamkeit noch aufwendige Pflege. Stattdessen erfüllt sie über viele Wochen still ihre Aufgabe: Sie verdeckt, schmückt, liefert Blumen für die Vase und schenkt dem Garten bis in den Herbst hinein Licht.

Die Natur beeindruckt uns selten durch Übertreibung. Meist genügt ihr eine Pflanze, die unbeirrt ihren Platz einnimmt, Jahr für Jahr wächst und dabei leise mehr Ordnung, Farbe und Leben in den Garten bringt.

Literatur:

GRUNERT, Christian; Gartenblumen von A bis Z; Leipzig, Radebeul 1972; Seite 307

Thomas Jacob · Erstveröffentlichung: 17.06.2019 · Durchgesehen: 2.7.2026

 

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