Vollmond im Mai – Unter dem Blumenmond: Über Nähe, Ferne und Zugehörigkeit.

Dorffest im Mai, abendliche Stimmung

Bild: Auch der Vollmond, der Blumenmond, im Mai hat seine besondere spirituelle Bedeutung…

(Besonderheit: Der Vollmond erscheint 2026 am 1. Mai und da der Zyklus zwischen zwei Vollmonden (der sogenannte synodische Monat) etwa 29,5 Tage dauert, haben wir in diesem Jahr zwei Vollmondnächte, also folgt am 31. Mai die Wiederhohlung.)

[Mondnächte]

Die unbemerkte Anziehung der Vollmondnächte

Vollmondnächte tragen oft etwas mystisch-romantisches in sich – etwas, das kaum erklärt werden muss. Ich habe bereits über viele dieser besonderen Nächte geschrieben: über den Jäger-, den Jul- oder den Wolfsmond. Jede von ihnen besitzt ihre eigene Färbung, ihre eigene Stimmung.

Was mich dabei immer wieder fasziniert: Jede dieser Zeiten hat eine unverwechselbare Qualität. Und wir nehmen sie – bewusst oder unbewusst – auf ganz unterschiedliche Weise wahr.

Wahrnehmung

Im alltäglichen Trubel ahnen wir davon meist nur wenig. Doch wenn wir in solchen Nächten einmal nicht über mögliche Schlaflosigkeit grübeln, sondern uns der Zeitqualität öffnen, geschieht etwas Eigenartiges: Wir treten gewissermaßen in Resonanz mit ihr.

Dann zeigt sich – manchmal ganz unvermittelt – ein Hauch jener alten, schwer greifbaren Kraft, die wir gern „Natur“ nennen, als wäre sie etwas Äußerliches. Dabei ist sie uns näher, als wir denken.

Der Blumenmond

Der Vollmond im Mai – der sogenannte Blumenmond – besitzt eine besondere Stellung. Nicht nur wegen der überlieferten Bezeichnung, sondern weil er mit einer spürbaren Veränderung im Leben einhergeht.

Überall beginnen nun Ortsfeste, Maifeiern und Veranstaltungen unter freiem Himmel. Die Welt verlagert sich nach draußen. Was im Winter noch im Privaten ruhte – Familie, enger Freundeskreis, das geschützte Innen – drängt nun ins Offene.

Jetzt ist die Zeit, vor die Tür zu treten und wahrzunehmen, was im Dorf oder im Stadtteil geschieht.

Blumenmond
Im Frühling/Sommer erscheint der Mond oft kleiner, als im Winter, denn in der Regel fallen die extremen Erdnähen oft in die Wintermonate. Der Unterschied im Durchmesser kann bis zu 14% betragen.

Vergessenen Kreise

Vielleicht ist es auch an der Zeit, sich wieder jenen Menschen zuzuwenden, die nicht im unmittelbaren Zentrum unseres Lebens stehen. Den etwas entfernteren Bekannten. Den Nachbarn, die man kennt – und doch kaum kennt. Den „über-übernächsten“, wenn man so will.

Jeder von uns bewegt sich in Netzwerken. Doch wir neigen dazu, nur die vertrauten zu pflegen: Familie, Freunde, Vereine, Interessen, vielleicht noch Kirche oder Partei. Darüber hinaus existiert jedoch ein weiterer, oft vergessener Kreis – jener, der einst das eigentliche Dorf ausmachte.

Der Blumenmond leuchtet über all dem. Und vielleicht erinnert er uns – still und ohne Pathos – daran, dass Gemeinschaft weiter reicht als unsere üblichen Bahnen.

Der erste Schritt

An den hellen Abenden im Mai, wenn alles blüht, wenn Düfte durch die Luft ziehen und der Mond rund und klar am Himmel steht, entsteht eine eigentümliche Fülle. Ein Überschwang fast.

Und vielleicht genügt es schon, hinauszugehen, still zu stehen und zu bemerken: Nicht wir betreten die Nacht – der Blumenmond, mit all dem, was sich uns zeigen will, tritt in uns ein.

Was uns dort begegnet, ist kein Außen. Es ist ein Kreis, dem wir längst angehören – wir müssen nur wieder in ihn eintreten.

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