www.derkleinegarten.de online von März 2001 bis Juni 2026. Das Vorläufer-Projekt von inhhortas.de.
Nun in den Webarchiven: [2026] [2002]
Die Geschichte eines Gartenportals
Vom Gartenratgeber zum digitalen Nachschlagewerk
Der kleine Garten entstand ursprünglich als Internetprojekt rund um Garten und Gartengestaltung. Im Mittelpunkt standen zunächst Anregungen für die Gestaltung kleiner Gärten. Entsprechend lautete der Slogan viele Jahre:
„Der kleine Garten – Gestaltung kleiner Gärten, Ideen, Informationen und Unterhaltung.“
Schon bald entwickelte sich das Projekt weit über diese ursprüngliche Idee hinaus. Es entstanden ein umfangreiches Zierpflanzenlexikon, ein Heilkräuterlexikon, ein Pilzlexikon, ein Symbollexikon (bez. Grabmalgestaltung) sowie ein Lexikon gärtnerischer Fachbegriffe.
Das geschah spätstens ab 2006 und das Themenspektrum erweiterte sich allgemein um öffentliche Grünanlagen, Friedhöfe sowie Grab- und Grabmalgestaltung. Seit 2008 bildete außerdem der Kleingarten einen weiteren Schwerpunkt des Projekts.
Die erfolgreichsten Jahre
Bis 2012 wurden sämtliche Inhalte in Eigenregie programmiert. Erst danach erfolgte der Umstieg auf ein Content-Management-System (CMS), konkret auf Joomla.
Rückblickend markierten die Jahre 2010 und 2011 den Höhepunkt des Projekts. Damals erreichte Der kleine Garten zwischen 25.000 und 40.000 Seitenaufrufe täglich und zählte rund 20.000 Besucher pro Tag. Für ein privat betriebenes Gartenportal war das eine bemerkenswerte Reichweite.
Zwischen 2007 und 2016 konnte das Projekt zwei volle Arbeitsstellen finanzieren. Von 2017 bis 2022 einen Vollzeitjob.
Seit 2012 zeichnete sich jedoch bereits ein grundlegender Wandel des Internets ab. Das Surfverhalten verlagerte sich zunehmend auf Smartphones, Suchmaschinen änderten ihre Arbeitsweise, und klassische Informationsportale verloren Schritt für Schritt an Sichtbarkeit und damit auch an Werbeeinnahmen.
Als die Technik zum eigentlichen Problem wurde
Sinkende Einnahmen waren letztlich nicht das größte Problem. Weitaus gravierender erwies sich die ständig wachsende technische Komplexität moderner Webprojekte.
Immer häufiger mussten Software aktualisiert, Erweiterungen angepasst, Sicherheitslücken geschlossen und technische Änderungen nachvollzogen werden. Hinzu kamen neue gesetzliche Anforderungen, Datenschutzbestimmungen und Cookie-Richtlinien, die selbst für kleine private Projekte einen erheblichen Verwaltungs- und Wartungsaufwand verursachten.
Im März 2023 führte die notwendige Umstellung der Cookie-Einwilligung dazu, dass das Joomla-System einschließlich Serverwechsel praktisch neu aufgebaut werden musste. Erst bei dieser Gelegenheit wurde mir bewusst, wie stark sich die technische Infrastruktur des Internets in den vergangenen zehn Jahren verändert hatte. Aus ehemals überschaubaren Internetseiten waren hochkomplexe Softwaresysteme geworden.
Digitale Demenz
Für diese Entwicklung verwende ich den Begriff – und er ist nicht unüblich – digitale Demenz.
Gemeint ist damit nicht der Nutzer, sondern die zunehmende Abhängigkeit von immer komplexeren digitalen Systemen. Je größer ein Internetprojekt wird, desto schwieriger wird es, auf ein anderes System umzusteigen. Irgendwann bindet nicht mehr der Inhalt den Betreiber an seine Plattform, sondern die Technik selbst.
Diese Entwicklung konnte ich unmittelbar beobachten. Zeitweise wechselte ich sogar teilweise zu Blogger (Blogspot), weil dessen einfache Struktur an die frühen Jahre des Internets erinnerte. Doch auch dort traten unerwartete technische Probleme auf: Seiten wurden zeitweise nicht mehr zuverlässig in den Suchindex übernommen.
Warum das Projekt beendet wurde
Die technischen Anforderungen nahmen weiter zu. Wartung, Reparaturen, Updates und Sicherheitsmaßnahmen verschlangen schließlich mehr Zeit und Geld als die eigentliche inhaltliche Arbeit.
Zudem führt der anhaltende Preisdruck in der IT-Branche dazu, dass eine fachgerechte Betreuung durch freie Webentwickler und CMS-Administratoren kaum noch zu wirtschaftlichen Bedingungen realisiert werden kann – eine Situation, die für beide Seiten unbefriedigend ist. Deshalb gilt mein besonderer Dank auch den beiden bisherigen Geschäftspartner dieser Fachrichtung.
Deshalb fiel nun zum 24. Juni 2026 die Entscheidung, den Internetauftritt von Der kleine Garten mit seinen rund 2.500 veröffentlichten Seiten stillzulegen.
Verloren sind diese Inhalte jedoch nicht. Sie bleiben weitgehend über Webarchive erhalten. Besonders wichtige und zeitlose Beiträge werden nach und nach überarbeitet und auf inhortas.de erneut veröffentlicht – nicht als nostalgische Kopien, sondern als fachlich aktualisierte Beiträge, die auch künftig ihren Platz finden sollen.