Austreibender Schnittlauch

Bild: Schnittlauch im März gilt als selbstverständlich – doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine überraschend lange Ernteliste…

Jetzt, da viele Gartenfreunde bereits an die kommende Wachstumssaison denken und erste Aussaaten wagen – etwa Spinat, Puffbohnen, Gemüseerbsen oder Zuckerschoten, Radieschen oder Schnittsalat – richtet sich der Blick gern nach vorn.

Ich hingegen, bleibe heute einmal beim Gegenwärtigen und zwar bei dem, was der Garten im März noch an Erntepotential bietet. Wer seinen Gemüseanbau nämlich klug geplant hat, kann selbst Ende März noch beachtliche Ernten direkt vom Beet einfahren, was die Belohnung einer vorausschauenden Planung und Kulturführung ist.

Es folgen nun jene Gemüse, die jetzt bei uns zur Ernte kommen. Dazu gibt es jeweils eine knappe Anbauanleitung, die uns hilft die Ernten für den März im kommenden Jahr zu planen.

Im Übrigen sind es, abgesehen von den Schwarzwurzeln, alles Kulturen von denen wir das Saatgut selber gewinnen.

 


Winterharte Wurzelgemüse

Schwarzwurzeln

Dieses Edelgemüse wird Anfang April in tief gelockerten Boden gesät. Das Saatgut ist häufig von schwankender Qualität – ein Umstand, den man einplanen sollte.

Geerntet wird von Ende November bis ins Frühjahr hinein. Im Winter empfiehlt es sich, einen Teil der Beete frostfrei abzudecken, um den Zugriff zu erleichtern.

Schwarzwurzeln und Pastinake
Schwarzwurzeln und Pastinaken. Sie kommen in eine Gemüsesuppe…

Pastinaken

Die Pastinake, klassisch für Suppen, Eintöpfe und kräftige Brühen, wird zeitgleich mit der Schwarzwurzel gesät. Auch hier ist die Keimfähigkeit des Saatguts oft begrenzt.

Es ist daher ratsam, eigenes Saatgut zu gewinnen: Drei schöne Wurzeln – notfalls aus dem Handel – werden Anfang März wieder eingepflanzt und dürfen zur Samenreife gelangen.

Die Ernte erfolgt parallel zur Schwarzwurzel über die Wintermonate hinweg.

Winterharte Blattgemüse

Porree

Für den Winterporree wählt man starkwüchsige, frostharte Sorten. Die Aussaat erfolgt im April breitwürfig auf ein Jungpflanzenbeet (Lichtkeimer).

Im Frühsommer werden die Jungpflanzen auf frei gewordene Flächen gesetzt – etwa nach Frühkartoffeln, Zuckerschoten oder Knoblauch. Gute Nährstoffversorgung und ausreichende Wassergaben sind entscheidend.

Geerntet wird von Ende Oktober bis in den März.

Die Saatgutgewinnung lässt sich elegant über den sogenannten Elefantenknoblauch organisieren: Drei Zehen im Spätsommer gepflanzt, überwintern sie und liefern im Folgejahr Samen. Botanisch handelt es sich um dieselbe Art wie Porree (Allium ampeloprasum), lediglich anders kultiviert.

 

Überwinterter Porree
Solche kurzen Porree-Sorten, die sehr winterhart sind, kann man aus dem Samen des Elefantenknoblauchs selber züchten…

Grünkohl

Der Grünkohl folgt einem ähnlichen Rhythmus. Die Aussaat erfolgt im letzten Drittel des Mai auf ein Jungpflanzenbeet, später wird einmal pikiert.

Im Juli werden die Pflanzen ausgepflanzt, gern auch in Mischkultur mit Buschbohnen. Diese werden gesät, sobald der Kohl gut angewachsen ist.

Die Ernte erstreckt sich von September bis in den April. Überwinterte Pflanzen eignen sich hervorragend zur Saatgutgewinnung.

Feines Blattgemüse für den Vorfrühling

Treibender Feldsalat (Rapünzchen)

Die Aussaat erfolgt im August oder September auf Flächen, die bis zum Frühjahr frei bleiben.

Zwar kann Feldsalat den ganzen Winter hindurch geerntet werden, doch sein eigentliches Qualitätsfenster liegt im März: Dann treiben die überwinterten Pflanzen noch einmal frisch aus und liefern besonders zarte Blätter.

Zur Saatgutgewinnung setzt man im März 10 bis 20 Pflanzen auf ein separates Beet oder an einen feuchten Standort und lässt sie ausschießen.

 

Feldsalat-Pflänzchen
Bei uns sät sich der Feldsalat „wild“ aus…

Rucola

War der Winter mild, treibt auch der spät gesäte Rucola (Aussaat Ende Juli) im Frühjahr erneut durch.

Ein Teil der Pflanzen kann zur Samenbildung stehen bleiben – die Ausbeute ist meist üppig und sichert die nächste Saison.

Ernten müssen, wir im März aber vor dem Blütentrieb, der sich bald zeigt.

Mehrjährige Begleiter: Zwiebelgewächse

Schnittlauch (fein und grob) sowie Winterheckzwiebeln gehören zu den verlässlichen Dauerlieferanten von März bis September.

Diese Stauden sollten alle zwei Jahre geteilt und an einen neuen Standort gesetzt werden – entweder im Frühjahr oder im Herbst. Schnittlauch toleriert dabei auch halbschattige Lagen erstaunlich gut.


Vorräte und Nebenerträge

Neben den frischen Ernten lohnt sich der Blick ins Lager. Oft finden sich noch:

  • letzte Äpfel
  • eingelagerten Küchenzwiebeln
  • Knoblauch
  • Sellerieknollen
  • Kartoffeln

Und wer Hühner hält, erweitert den Erntebegriff ganz selbstverständlich: Eier fallen regelmäßig an, gelegentlich auch ein Suppenhuhn.


Fazit

So karg, wie der März auf den ersten Blick erscheinen mag, ist er also keineswegs – vorausgesetzt, der Anbau wurde mit Weitblick gestaltet.

Doch Anbau und Ernte sind nur die eine Seite. Die andere ist die Zubereitung. Es lohnt sich, in sie ebenso viel Sorgfalt, Planung und Neugier zu investieren wie in den Garten selbst. Erst in der Küche vollendet sich, was im Beet begonnen wurde.

Und vielleicht liegt gerade darin unsere Einsicht:
Nicht der geplante Überfluss nährt uns, sondern die wache Aufmerksamkeit für das Wenige, was da ist, und richtig genutzt wird.

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