Paprikasorte Feher Fruchtform

Bild: Die Früchte werden meist als gelb beschrieben. Das Faszinierende ist jedoch ihr Spiel als botanische Ampel: Sie startet grün, schaltet dann auf ein elegantes Cremeweiß-Hellgelb, um am Ende im feurigen Rot-Orange zu explodieren. (siehe Bild (2)

[Paprika]

Beschreibung

➡️ Da ich hier auf inhortas.de schon oft die Gemüsepaprika-Sorte ‚Feher‘ erwähnt habe, will ich sie einmal kurz vorstellen. Sie ist ein ähnlicher Kleingarten-Kassiker, wie ‚California Wonder‘ – zumindest, was die letzen 40 Jahre betrifft.

Fehér – eingedeutscht: Feher – stammt ursprünglich aus Ungarn und gehört dort zu den absoluten Klassikern für den Frischverzehr und zum Einlegen oder Einkochen.

Wuchsform und Höhe

Die Pflanze wächst relativ kompakt, buschig und wird meist nur etwa 50 bis 70 Zentimeter hoch. Dadurch eignet sie sich auch hervorragend für die Kultur in Töpfen oder Kübeln auf dem Balkon und der Terrasse.

 

Feher Paprika-Früchte
(2) Die Sorte leidet unter chronischer Selbstüberschätzung (im positiven Sinn): Weil die Pflanze kompakt bleibt, aber Unmengen an schweren Früchten ansetzt, sieht sie im Spätsommer oft aus wie ein Gewichtheber.

Die Früchte

Sie bildet typisch ungarische Block- bis Spitzpaprika (Spitzblock-Form), die mittelschwer nach unten hängen. Die Früchte werden etwa 10 bis 12 cm lang.

Das Farbspiel (Besonderheit): Das faszinierende an der Fehér ist der Reifeprozess. Die Früchte sind unreif erst grün, danncremeweiß bis hellgelb. In diesem Zustand schmecken sie schon herrlich knackig und mild. Lässt man sie voll ausreifen, färben sie sich über Orange schließlich zu einem leuchtenden Rot.

Geschmack

Unreif (weiß-gelb) schmeckt sie mild-süßlich mit einer dezenten, frischen Herbe und ist extrem knackig.

Vollreif (rot) wird sie sehr süß und aromatisch. Sie hat keine Schärfe (Schärfegrad 0).

Reifezeit

Sie gehört zu den frühen bis mittelschnellen Sorten. Da man sie schon im weißen Zustand ernten kann, setzt die erste Ernte oft schon ab Juli ein. Das ist auch bei eigener Anzucht so, wenn wir sie Anfang März säen und zum 15. Mai auspflanzen.

Ertrag

Die Sorte ist extrem ertragreich. Weil die Pflanze eher klein bleibt, aber sehr viele Früchte ansetzt, solltest du die Triebe trotz der geringen Größe gut abstützen oder festbinden, da sie sonst unter der Last der Paprika brechen können. Im Bild oben (2) ist das gut zu sehen.

 


Anbautipps für die Praxis

Bauen wir im Freiland an, liebt es der Paprika vollsonnig, warm und windgeschützt. Zeitweise darf das Beet ein wenig lichten Schatten abbekommen.

Der Boden sollte humusreich und locker sein. Am Zweckmäßigsten halte ich das Pflanzen in einer einzelnen Reihe (Bild 3 unten).

Alles Weitere zum Anbau findest du hier →

Wichtig ist aber das Ausbrechen der „Königsblüte“ (die erste Hauptblüte), besonders wenn das Frühjar kühl ist und die Pflanzen einige „Anlaufschwierigkeiten“ haben – Anfangs also noch etwas schwach und kümmerlich sind.

Bei der Fehér lohnt es sich dann besonders, Anfang Juni die allererste Blüte (die sich in der ersten Verzweigung des Haupttriebs bildet) auszubrechen:

Ja, das tut dem Gärtnerherzen im Juni kurz weh, aber betrachte es als Erziehungsmaßnahme gegen jugendlichen Leichtsinn. Die Pflanze soll gefälligst erst einmal ein stabiles Fundament bauen (Muskeln ansetzen!), statt ihre ganze Kraft sofort in das erste ‚Einzelkind‘ zu stecken.“

 

Junger Paprika im Maigepflanzt.
(3) Selbstgezogene Pflanzen kommen nach dem 15. Mai ins Freiland. Anfangs stehen sie oft noch kümmerlich da, was sich erst 4 Wochen später ändert.

 

Ungarischer Paprika Feher als kräftige Pflanze.
(4) Solche kräftigen Pflanzen sollen es werden, was wir duch das Ausbrechen der ersten Blüte erreichen. Anderenfalls: sieh Bild (2).

 

Paprika in der Sommerküche
(5) Im Oktober findet die Haupterbt der Paprikakultur statt. Wir machen dann Letscho draus oder eine Art Aivar. Beides wird in Gläsern Konserviert. Übrigens: Hier im Bild ist kein sortenreiner Feher mehr zu sehen – da ich sie jedes Jahr selbst wieder vermehre, hat sich über die Jahre mit anderen Sorten etwas vermischt…

Verwendung in der Küche

In Ungarn wird sie traditionell für gefüllte Paprika (Töltött paprika) genutzt, da die feste Schale beim Backen oder Schmoren gut die Form hält.

Sie ist aber auch perfekt für den frischen Salat oder zum Einlegen in Essig-Sud oder für Pfannengerichte (Letscho).

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