Tabelle: Sattiefe und Haltbarkeit (Keimfähigkeit) von Gemüsesamen

Tabelle der Keimfähigkeit von Samen

➡️ Wichtig ist es für den Kleingärtner, besonders wenn er selber Samen ziehen möchte, zu wissen, wie lange man diesen aufbewahren kann. Natürlich ist es auch beim gekauften Samen wichtig zu wissen, wie langer er sich hält.

Die auf der Tüte aufgedruckten Daten sind oft ungenau. So bleibt z.B. Tomatensamen länger keimfähig als auf der Samentüte angegeben. Bei Pastinaken, Gartenkresse oder Schwarzwurzeln ist es dagegen so, dass die Sämereien eher eine kürzere Keimfähigkeit aufweisen.

Infos zur Tabelle

Lichtkeimer/Dunkelkeimer: In der nachfolgenden Liste habe ich zusätzlich den Hinweis auf Licht- bzw. Dunkelkeimer gegeben, der bei der Aussaat sehr wichtig ist, denn nicht selten werden Samen zu flach oder zu tief ausgesät, was zu Ausfällen führt. Das kann man dann aber nicht auf die schlechte Keimfähigkeit zurückführen. So lassen sich mit diesem Wissen Fehler vermeiden. Steht kein entsprechender Hinweis dabei, ist die Saattiefe nur ein Richtwert. Diese Samen keimen sowohl bei Licht als auch im Dunkeln.

Für die schnelle Übersicht steht unten die Tabelle bereit.

Wer einfache Landsorten (z.B. alte Gemüsesorten) weiter vermehren möchte, muss auch darauf achten, dass sich diese nicht mit anderen Arten und Sorten kreuzen. Aus diesem Grunde braucht es bei der eigenen Saatzucht Mindestabstände zu anderen Kulturen, wofür ich eine gesonderte Tabelle angelegt habe.

Kulturpflanze Keimfähigkeit (Jahre) Saattiefe
Aubergine / Eierfrucht 5 – 6 Dunkelkeimer, 1 – 2 cm
Bohne (Busch-, Stangen-, Prunk-, Puffbohne) 4 – 5 3 cm
(Puffbohne 8 – 12 cm)
Borretsch 2 – 3 Dunkelkeimer, 2 cm
Cardy (Artischocke) 5 – 6 2 – 3 cm
Chicorée 3 – 5 1 cm
Chinakohl 5 1 – 2 cm
Dill 2 – 3 Lichtkeimer, max. 5 mm
Endivie siehe Zichorien
Erbse (Schal-, Marker-, Gemüse-, Zuckererbse) 4 – 5 5 – 10 cm
Feldsalat 2 – 3 Dunkelkeimer, 1 – 2 cm
Fleischkraut (Zuckerhut) siehe Zichorien
Gartenkresse 2 Lichtkeimer, nur oberflächlich + andrücken
Gartenmelde 3 Dunkelkeimer, 2 cm
Gurke 6 – 8 Dunkelkeimer, 2 – 3 cm
Kapuzinerkresse 4 – 5 Dunkelkeimer, 2 cm
Kohl
Kopfkohl, Grünkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Romanesco, Kohlrübe
4 – 5 1 – 2 cm
Kümmel 3 – 4 Lichtkeimer, 5 mm
Kürbis / Zucchini 6 – 8 Dunkelkeimer, 3 cm
Lauch / Porree 2 – 3 2 cm
Mais 4 – 5 Dunkelkeimer, 3 – 4 cm
Mangold 6 – 8 2 – 3 cm
Möhre / Karotte 3 – 4 Lichtkeimer, 1 cm
Kerbel 3 – 4 Lichtkeimer, 5 mm
Paprika 3 – 4 2 cm
Pastinake 2 1 cm
Petersilie 2 – 3 Dunkelkeimer, 1 – 2 cm
Radieschen 4 – 5 2 – 3 cm
Rettich 4 – 5 2 – 3 cm
Rote Rübe 5 – 6 2 cm
Salate
Kopfsalat, Schnittsalat, Römischer Salat usw.
4 – 5 Lichtkeimer, 1 cm
Senf bis 40 Lichtkeimer, 5 mm
Schnittlauch 2 Dunkelkeimer, 1 – 2 cm
Schwarzwurzel 2 – 3 2 – 3 cm
Sellerie (inkl. Knollensellerie) 3 – 4 Lichtkeimer, nur oberflächlich + andrücken
Sojabohne 4 – 5 4 cm
Spinat / Neuseeländer Spinat 4 – 5
3 – 4
2 – 3 cm
Dunkelkeimer, 3 – 4 cm
Tabak 1 – 6 Lichtkeimer, nur oberflächlich + andrücken
Tomate 6 – 8 Lichtkeimer, 2 cm
Winterportulak 4 – 5 2 – 5 mm
Wurzelpetersilie 2 – 3 Dunkelkeimer, 1 – 2 cm
Zichorien
Radicchio, Winterendivie, Fleischkraut
5 – 6 Dunkelkeimer, 1 cm
Zwiebel 2 – 3 1 – 2 cm
Zierrasen / Kleintierrasen 2 – 3 1 cm

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Haltbarkeit / Keimfähigkeit von Gemüsesamen

Die Beschäftigung mit der Dauer der Keimfähigkeit von Gemüsesamen hat für den Kleingärtner vor allem den Vorteil, dass er beim eigenen Samenbau (bei samenfesten Arten) nicht jedes Jahr für alle Gemüsearten Saatgut gewinnen muss. Die eigene Saatzucht erfordert nämlich einiges an Zeit und Aufwand. Deshalb ist es klug, diese jahrweise zu staffeln.

So können wir problemlos Auberginen, Bohnen, Gurken, Kohlgemüse, Kürbis, Zucchini, Tomaten, Salate und Spinat auf drei Jahre in der Saatzucht verteilen. Auch Winterportulak, der etwas knifflig zu gewinnen ist (am besten im Gewächshaus), muss nur alle drei Jahre angebaut werden.

Das Saatgut, das ich jedes Jahr selbst ziehe, sind vor allem Pastinaken sowie – bei gutem Ausgangsmaterial – Haferwurzel und Schwarzwurzel. Bei diesen drei Kulturen ist unbedingt frisches Saatgut nötig, das zu nahezu 100 Prozent aufgeht.

Stellen wir nämlich fest, dass eine Charge schlecht keimt (und diese Kulturen brauchen teilweise vier Wochen bis zum Auflaufen), bleibt keine Zeit mehr für eine Nachsaat. Wir haben faktisch nur einen Schuss – und der muss beim ersten Mal sitzen.

Vermischungen von Sorten

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gefahr ungewollter Vermischung von Sorten, wenn wir im selben Jahr Samen produzieren. Wenig Probleme gibt es dabei (nach meinen Erfahrungen) z. B. mit Bohnen und Tomaten. Diese bleiben auch im Kleingarten meist sortenrein. Geringfügige Vermischungen habe ich bei Paprika- und Salatsorten beobachtet.

Etwas problematischer wird es beim Kürbis, besonders innerhalb der Art Cucurbita maxima (Riesenkürbis), zu der auch die handlichen Hokkaido-Kürbisse gehören. Hier ist ein deutlicher Sortenmix zu beobachten. Besonders schwierig ist es innerhalb der Cucurbita-pepo-Gruppe (Gartenkürbis), zu der Spaghettikürbis, Patisson (Ufo-Kürbis) und Zucchini gehören. In dieser Gruppe ist es kaum möglich, im selben Jahr sortenreinen Zucchini- und Patisson-Samen zu erhalten, da bereits entferntere Pflanzen in einer Kleingartenanlage für Kreuzungen sorgen können.

Fazit

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es durchaus sinnvoll ist, eigene Sämereien zu produzieren – aber nicht immer und nicht um jeden Preis. Besonders bei Kulturen, die schwierig selbst zu vermehren sind, aber lange keimfähig bleiben, kaufe ich das Saatgut lieber zu. Das betrifft vor allem Arten, die ich im Selbstversorgergarten nur in kleinen Stückzahlen anbaue, z. B. Schwarzen Rettich (hier verwende ich F1-Saatgut), Zuckerhut-Zichorie und Chinakohl. Auch für außergewöhnliche Sorten wie Ufo-Kürbis oder Schlangenkürbis lohnt es sich, hochwertiges Saatgut beim Händler zu kaufen.

Allein das spartanische, rein ökonomische Gärtnern macht schließlich keinen Spaß. Und wie beim Essen „das Auge mitisst“, so „gartet auch beim Gärtner das Auge mit“.

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass es sehr lohnend ist, Zinnien-Samen selbst zu ernten. Die Zinnie (Zinnia elegans) ist mit Abstand die praktischste und schönste einjährige Gartenblume für den Selbstversorgergarten. Sie keimt mit frischem Saatgut zuverlässig auf und der Samen lässt sich einfach aus den abgeblühten Blütenständen herauszupfen.

Mit gekauften Samen legt man sich am besten einen ersten Bestand zu, den man dann Jahr für Jahr selbst weitervermehren kann. Kaum bekannt ist, dass man den Samen Ende April direkt ins Freiland säen kann – ohne Voranzucht im Topf. Probier es aus!

▶️ Lies auch → Tabelle: Mindestabstände zur Vermeidung von Kreuzungen bei eigener Samenzucht im Kleingarten

Grundlage des Artikels sind vielfache, jahrelange Recherchen und eigene Erfahrungen

[TJ.10.2] [Zählpixel] Thomas Jacob · Erstveröffentlichung: 06.01.2014 · Veröffentlichung auf inhortas.de: 20.7.2026

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