Akelei im Garten vermehren. Warum sie in keinem Garten fehlen sollte. Und: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Warum nur?

Aus den Augen aus dem Sinn, ein Liebespaar

Bild: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Warum das oft der Fall ist, dass liest du um Ende des Beitrags…

[Schnittblumen]

In einem alten Garten, halb verwildert und halb gepflegt, stand ein Schuppen, an dessen Nordseite kaum etwas gedeihen wollte. Dort, wo Regenwasser vom Dach tropfte und kaum Sonne hinschien, entdeckte jemand eines Tages eine einzelne Pflanze mit zarten, nickenden Blüten – violett, himmelblau, fast schwarz. Eine Akelei.

Niemand wusste, wie sie dorthin gelangt war. Aber von Jahr zu Jahr wurden es mehr. Heute ist der Schuppen längst eingestürzt – die Akeleien aber blühen noch immer.

 

blühende rosa Akelei
2) Akelei im Garten: Einfach in Ruhe lassen und die Blütenstängel abtrockenen lassen…

Gibt es in deinem Garten schon ein stilles Plätzchen für die Akelei?

Wenn nicht, wird es höchste Zeit, denn diese anmutige Wildblume hat nicht nur einen besonderen Zauber, sie lässt sich auch ganz einfach selbst vermehren. Und das Beste: Sie sät sich später ganz von allein weiter aus, wenn man sie lässt …

Warum Akeleien in jeden Garten gehören

Akelei (Aquilegia) ist genügsam, winterhart und erstaunlich wandlungsfähig – und dabei von betörender Schönheit.

Sie blühen im Frühsommer, meist im Mai oder Juni, in einer erstaunlichen Farbpalette, wie es die Bilder 2) bis 4) so wunderschön verdeutlichen: Violett, Blau, Rosa, Dunkelrot, Weiß – manchmal sogar zweifarbig. Vor allem in Naturgärten oder leicht verwilderten Bereichen entfalten sie ihre besondere Wirkung.

 

Akelei bunte Blüten
3) Ohne Zutun gewachsen…

Sie gedeihen an halbschattigen Plätzen, nehmen aber auch sonnige oder schattige Lagen klaglos hin, solange der Boden nicht völlig austrocknet. Ich habe sie schon im Straßengraben zwischen magerem Gras entdeckt – und natürlich an klassischen Gartenstandorten. Ideal ist ein Platz zwischen Stauden, wie im Bild 5) zu sehen, am Gehölzrand oder in der Nähe von Zäunen, Mauern und alten Treppen.

Was Akeleien so reizvoll macht, ist ihr stilles Charisma. Sie wirken leicht und heiter, beinahe unberührt. Es ist diese stille Poesie, die sie so gut in ländliche Gärten, romantische Staudenbeete oder in das stilvolle Ambiente eines Villengartens einfügt – selbst wenn die Villa dazu vielleicht noch in deiner Lebensplanung steht 😉.

 

Akelei im Landhaus Vorgarten
4) Im Landhausgarten.


Akelei vermehren – so einfach geht’s

Wenn deine Akeleien jetzt bald verblüht, beginnt ihre stille Vermehrung. Denn aus jeder Blüte bilden sich nun längliche Samenstände – fast wie kleine Hörner –, die reichlich feine, schwarze Samen enthalten.

✅ So vermehrst du Akelei im Garten:

Selbstaussaat zulassen:

Wer bereits Akelei hat, lässt sie einfach aussamen und tut am besten nichts. Wir lassen die Samen ausfallen und schneiden erst danach die trockenen Stängel ab. In lockerer Erde und ohne Mulch wachsen im Herbst oder im nächsten Frühling die kleinen Sämlinge von ganz allein. Diese Form der Selbstvermehrung ist bei Akelei besonders erfolgreich.

Samen selbst aussäen:

Du kannst die reifen Samen (ab Juni/Juli) sammeln und an gewünschten Stellen im Garten ausstreuen. Die winzigen runden Körnchen befinden sich in einer Art Krüglein, wie im Bild 6) schön zu sehen ist, welches aus den abgetrockeneten Samenständen gebildet wird. Dort ist der Samen noch wochenlang zum Sammeln bereit.

Am besten funktioniert die weitere Vermehrung:

  • Direkt nach der Samenernte also frisch säen.
  • Auf offene, leicht gelockerte Erde, nicht zu tief einarbeiten.
  • Keimung erfolgt im Spätsommer oder im nächsten Frühjahr.
  • Alternativ: im Topf aussäen und im nächsten Frühjahr auspflanzen.
Akelei und Zierlauch
5) Übrigens: ein genialer Partner in der Wildblumenrabatte ist der Zierlauch.

Samen „organisieren“ – mit einem Augenzwinkern:

Wer noch keine Akelei im Garten hat, „könnte“ jetzt im Mai mit offenen Augen durch Gärten und Parks schlendern.

Viele Pflanzen, die gerade in voller Blüte stehen, sind im Juli jedoch außerordentlich gut getarnt und tragen ihre reifen Samenhülsen eher unauffällig.

 

Akelei Samenstand
6) Samenstand der Akelei Ende Juni. Wir pflücken ihn vorsichtig und schütten anschließend die winzigen Samen aus.

Vielleicht findet sich dann ja irgendwo ein Hülselein, das niemand vermisst? Doch um sie später zu entdecken, muss man sie jetzt erst einmal gesehen und sich gemerkt haben.

Denn wenn die Blütezeit vorbei ist, gilt leider allzu oft: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Und das wäre doch schade für eine so bezaubernde Blume wie die Akelei. Und ebenso für mancherlei Beziehung…

 

ein unglückliches Paar
7) Schnell vergessen, wie der Zauber der Akelei?

[GJ.4.12] I Text und Bilder: Gisela · Erstveröffentlichung: 25.5.2025 · Durchgesehen: 23.5.2026

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